Pauls-Autismus
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 Windeln
Paul ist leider noch komplett inkontinent. Er trägt Windeln sowohl tags als auch nachts.
Er bemerkt nicht, wenn die Windel voll ist oder er sich eingekotet hat. Er sagt es nicht.
Ab und zu probieren wir immer mal wieder aus, ihn ohne Windeln rumlaufen zu lassen. Das Ende dieser Tests ist immer, das überall Urin oder Kot ist. Aber nicht, das ihr denkt wir bekommen es gesagt. Wir entdecken dann leider immer die feuchten Stellen.
Wenn er die Windel gewechselt bekommt, muss er sich immer einen Moment auf die Toilette setzen, damit er das Gefühl hierfür bekommt. Bis wir ihn erstmal soweit hatten.

2015: Auch hier hat es sich mittlerweile etwas gebessert. Er ist noch Windelträger, aber er ruft mich jetzt, wenn er sein großes Geschäft gemacht hat. Puuuh.

Wärme- Kälteempfinden
Paul hat kaum Kälteempfinden. Er legt sich auch mit nackischem Oberkörper auf das kalte Laminat ohne zischend einzuatmen, wie wir es machen würden.
Wenn Paul gewaschen oder gebadet wird, darf das Wasser gerade mal so lauwarm sein. Andernfalls schreit er laut, wehrt sich, dreht den Wasserhahn auf eisekalt. Das Wasser wäre zu heiß.

Schmerzempfinden
Leider kommt es öfter vor, das sich Paul stößt, fällt oder sich anderweitig verletzt. Problematik hierbei. Wir dürfen kein Coolpack auflegen, keinen nassen Waschlappen. Reinigen einer Wunde unter richtig extremen Geschrei und heftigster Gegenwehr.
Das “witzige” hierbei: Sehr oft reagiert er überhaupt nicht, wenn er sich richtig heftig gestossen hat. Ein anderes Mal dotzt er sich nur leicht und dies endet in einem Zusammenbruch (ich glaube weil er denkt, er müsste uns beweisen, das er sich gestossen hat)


Verabreichung von Medikamenten
Unmöglich. Selbst wenn wir Säfte unter sein Getränk mischen, merkt er dies und trinkt nicht mehr. Selbiges beim Essen.

Motorik
Durch die Ergotherapie hat Paul sehr viel gelernt. Trotzdem kann er immer noch kaum einen Stift richtig halten, bzw. mit der Schere umgehen. Beim Gang setzt er immer wieder den Zehenspitzengang ein. Er fällt auch oft, da er etwas tollpatschig läuft, bzw. nicht schaut wohin er gerade geht.

 

Essverhalten
Paul isst nur wenige ausgewählte Speisen. Diese müssen auch voneinander getrennt sein.
Er isst z. B. Würstchen. Die Pommes sollen aber nicht mit auf dem Teller liegen.
Paniertes Fleisch, trockene Nudeln, trockener Reis. Chips (aber nur die in der Rolle), Spekulatiuskekse
Auf dem Brot akzeptiert er nur Nutella als Belag.

Wenn er versehentlich eine andere Speise (Kartoffelbrei o. ä.) an Finger, Mund oder Teller bekommt, fängt er an zu würgen.
Paul hat noch NIE Obst oder Gemüse gegessen. Er isst aber auch keine Schokolade als Beispiel.

Wir bekommen ihn auch nicht dazu etwas anderes mal zu probieren

Leider hat sich herausgestellt, das Paul eine Kaseinintoleranz hat. Das heißt, er verträgt kein Milcheiweiß.

Zur Kaseinintoleranz: Kasein ist in quasi allem enthalten. Sei es in Suppe, Toast, Gewürzen etc. Die Nutella konnten wir mittlerweile auf ein Kaseinfreies Produkt umstellen. Ebenso beim Brot. Da er zudem noch eine Glutenintoleranz hat (aber nicht so ausgeprägt wie Kasein). Die Chips konnten wir bereits reduzieren. Aber dadurch, das er nur spezielle Sachen isst, ist die Umstellung um einiges schwieriger.

2016: Kasein ist mittlerweile komplett vom Essensplan für Paul verschwunden.

Sprache bzw. Sprachverhalten
Paul konnte mit anderthalb Jahren alle Automarken sagen. Wenn wir spazieren gingen und liefen an parkenden Autos vorbei, sagte er mir jeden Wagen. Er erkannte diese an Ihrem Emblem.


Genauso konnte er während der WM 2010 uns alle Fahnen benennen. Er verwechselte nicht mal die Amerikanische und Australische Fahne.


Wenn er eine Geschichte einmal gehört hatte, konnte er diese Wort für Wort wiedergeben.
Ebenso wenn er eine Kindersendung sah. Er gab das gesagte in gleicher Tonlage wieder.


Wir alle kennen R2D2 von Starwars. Ihr solltet mal Paul hören. Man könnte meinen R2D2 steht bei uns im Wohnzimmer.


Aber er hat sich nie mit uns unterhalten. Wenn man ihn was fragte, sah er uns mit seinen großen braunen Augen an (bzw. durch uns hindurch), dachte einen Moment nach und wenn wir dann mal eine Antwort bekamen, war dies meist ein Satz aus irgendeiner Sendung oder einem Buch. Teilweise sogar völlig unsinnig, das es überhaupt nicht zur Frage oder Situation passte.


Er sprach in der sogenannten Echolalie. Er gab gehörtes wieder. Heute weiß er größtenteils wann er welche Sätze sagen soll. Aber ab und zu kommt die Echolalie noch durch.


Hierbei möchte ich etwas zu den U-Untersuchungsfragebögen bemerken. Die Frage beim Sprachverhalten lautet dort: Wieviele Worte spricht ihr Kind? Bis 50 oder mehr.
Gut, die Worte konnte Paul ja. Aber er sprach halt nicht MIT uns. Dies wäre ein Verbesserungsvorschlag für die Medizin. Können sie sich mit Ihrem Kind unterhalten. Antwortet es situationsadäquat?
Hätten wir das damals gewusst, hätten wir diese Frage verneinen können.