Pauls-Autismus
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Man findet viele Informationen über Autismus im Internet.


Grundsätzlich heißt es, das es eine angeborene, unheilbare tiefgreifende Entwicklungsstörung ist.
Autisten haben eine andere Wahrnehmung als wir “Normalos”


Die Störung hat tausend Gesichter und kein Autist ist wie der andere. Manche sind in Teilbereichen hochintelligent, andere können nicht sprechen.

Wir wollen hier den Autismus unseres Sohnes Paul, geboren am 20.02.2007, näher bringen.

Seine Diagnose lautet:
Frühkindlicher Autist

(mittlerweile sind folgende Diagnosen hinzugekommen: ADHS, Enuresis, Enkupresis, Kaseinintoleranz)

 

Mittlerweile geht Paul in die dritte Klasse einer Regelschule und hat einen Teilhabeassistenten, der ihn täglich unterstützt.

Der Assistent unterstützt ihn bei der sozialen Kontaktaufnahme, hilft ihm, wenn er wieder mal in eine seiner Welten abdriftet, organisiert mit ihm zusammen den Alltag, hilft ihm beim Windelwechseln und unterstützt ihm beim selbstständiger werden, beim zurecht kommen mit unbekannten, plötzlichen Situationen und Veränderungen.

 

 

Paul als Kleinkind

Tja. An welche Auffälligkeiten erinnern wir uns:


Er hat nie gekuschelt. Wenn Kinder sich an die Schulter schmiegen oder man zusammen im Bett liegt. Das kannten wir nicht bis zur Geburt unseres zweiten Sohnes.


Egal wo wir hingingen. Es gab immer Geschrei.

Er hat sich den Kopf immer auf den Boden oder gegen die Wand gehauen. Oder sich selbst geschlagen.


Er hat sich nie mit den anderen Kindern “unterhalten” oder Pläne geschmiedet. Okay, das macht er heute auch nicht, aber er versucht wenigstens mit Ihnen zu reden.


Er “vermisst” uns als Bezugspersonen nicht. Ich war z. B. ein paar Tage im Krankenhaus. Als ich wieder heim kam, hörte ich nur ein “hallo Mama” und das wars.

Paul hat bis zum Alter von 4 Jahren von sich in der dritten Person gesprochen. Es war immer “der Paul...”


Bereits mit 1,5 Jahren schlief er nicht mehr tagsüber.


Bis zum Alter von ca. 1 Jahr wurde er im 2 Std. Rythmus nachts wach. Dann machten wir die so verschimpfte Schreitherapie (schreien lassen, alle 5 Minuten rein gehen, sagen das man da ist und wieder raus gehen). Es dauerte 1 Woche und seit dem schläft Paul wenigstens durch. Auch wenn es wenige Stunden sind, aber diese wenigstens am Stück.


Er hat sich sehr oft übergeben. Heute vermute ich, das es an dem Essen lag, welches er von uns bekam (er hat heute noch Würgereiz, wenn er etwas nicht möchte) und auch an der Überreizung.

Er ist fast nur auf Zehenspitzen gegangen.


Blickkontakt nahm er nur selten auf, und dabei schaute er fast immer durch uns hindurch
 

Such a sweetheart

 

 

Waaas? Paul ist Autist? Aber der spricht doch!
Dies ist die übliche Reaktion die wir bekommen. Fürchterlich, das alle über einen Kamm geschoren werden.


Autismus ist eine Spektrumstörung und hat tausende Gesichter. Also ist Paul doch unerzogen, bzw. schwierig? Nur weil er sprechen kann. Tststs


Paul ist auf der einen Seite hochintelligent, hat eine Art fotografisches Gedächtnis, auf der anderen Seite braucht er oft mehr Unterstützung wie sein 6 jähriger Bruder bzw. etwas weniger wie seine 3 Jahre alte Schwester.

Paul ist mit eines der wunderbarsten Dinge die uns passieren konnten. ‘Aber glaubt mir, es ist eine Aufgabe, einen Sohn wie Paul zu haben. Und wir wachsen jeden Tag mit den Herausforderungen, denen wir begegnen.

 

Familienleben

Ein richtiges Familienleben haben wir nicht. Wir versuchen unser Bestes, jedoch leiden die zwei jüngeren Kinder oft unter der Situation. Es ist ein täglicher Spagat allem gerecht zu werden.

 
Paul benötigt ständige Anleitung, Beaufsichtigung und Unterstützung.
Er steht unter ständiger Anspannung. Ist immer in Bewegung. Reagiert oft nicht. Auch wenn sein Bruder mit ihm spielen möchte, geht dies meist nur 5 Minuten gut. Jetzt erklären Sie mal einem sechsjährigen die seltsamen Reaktionen seines Bruders. Er ist zwar damit groß geworden, jedoch hat er es sehr schwer.

Zudem ist für Eltern und Familienmitglieder autistischer Kinder oft die Teilhabe an der Gesellschaft sehr eingeschränkt.

Man wird nicht mehr eingeladen, da Paul ja besonders ist. Er könnte ja nicht mit der Situation klar kommen. Oder man hat einfach keinen Bock auf die Familie mit dem komischen Kind.
Sollten wir doch mal eingeladen werden, ist es schwierig einen Babysitter zu finden. Paul braucht eine ihm sehr vertraute Person. Zudem ist er auch noch Wickelkind. Das heißt, ich kann nicht irgendeine Schülerin dahin setzen. Die wird sich bedanken, wenn er ihr die Windel vollmacht, GRINS.

Ja, manchmal muss man Sachen mit einer gewissen Ironie betrachten.
Viele melden sich auch nicht mehr, da sie nicht wissen, wie sie mit Paul umgehen sollen.


Tja Leute, würdet ihr euch interessieren hättet ihr kein Problem. Paul kennen zu lernen ist das tollste was es gibt. Man kann nämlich super mit ihm arbeiten, wenn man auf ihn eingeht. Er braucht kein Mitleid. Er wäre glücklich, würde die Gesellschaft ihn so akzeptieren wie er ist.